DER GEMEINDE VON WEYER BEI HORBURG AN SEINE MITTBÜRGER

Traduction(s) :

Auteur(s):

1800                                                 9. der République

MATHIAS STEIB, BURGERMEISTER

DER GEMEINDE VON WEYER BEI HORBURG

AN SEINE MITTBÜRGER

BÜRGER,

Was für Religions Meinung ihr gerne haben möget, gelanget  dieselbe an

den allein erhabenen, grossen Gott und Schöpfer der Menschen und aller

Kreaturen, die in dem grossen Weltkörper leben, schweben, und weben.

Diesem allmächtigen, güttigen und allweisen Regierer aller Dingen

der Erden und Enden der selben, verehren auch zugleich alle Kreaturen

und Geschöpfe, wie wohl in verschiedenen und auf verschiedenen Arten, sowie

auch vor unheilich die Menschen, denen Gott allein  die Vernunft gegeben,

auch in allerlei Arten, das Gute vom Bösem zu unterscheiden, und

auch die Gewalt über den ganzen Thierkreis des Erdbodens

zu herrschen.

So sind es ja billige Pflichten der Menschen, dass sie diesen

erhabenen, grossen Gott verehren, anbeten, ihme schuldig Lob und

Dank sagen für die vielerlei ausskirchliche, christliche und leibliche

Wohltaten, die er uns Menschen täglich, stündlich, ja augenblicklich an-

gediehen lässt, besonders für das grosse Werk der Erlösung der Menschen,

welches durch Christum, seinen Sohn /: zu unser aller besten :/ vor bereits

1.800 Jahren geschehn. Dieser hohen und unbegrenzten Mjestät

Gottes, sind auf dem ganzen Erdkreis, in so weit solcher bekant

ist, schon in den alten Zeiten bei den Israeliten Stiftshütten und Tempel

/:worunter sich der prächtige Tempel Salomonis, von welchem, in aller

alten Geschichte, Meltung getan ist:/ erbauet worden, worin sie ihre

Heiligtümer aufbewahrten und gemeinschaftlich dem grossen Gott Ehren-

Opfer brachten. Seit der Geburt Christi gibt  es unter den Christen

ausgezeichnete, grosse Gebäude, die unter dem Nahmen Gotteshäusser,

Bethäusser, Kirchen, Kappellen und Versammlungshäusser, bei den Nicht-

Christen, Synagogen und Moscheen erbaut wurden, um in denen selben, nach

jeder Religionsmeinung, ihm, dem grossen Gott das Opfer der Ehrfurcht,

der Liebe und der Dankbarkeit gemeinschaftlich darzubringen, und ferner

durch priesterliche Ermahnungen auch das Word Gottes und Auslegung des-

selben, aufgemuntert zu werden, um sich mehrere Begriffe von den Grundsätzen

der Religion machen zu können. Und auch durch solche Auslegungen, sich der

Pflichten, die der Mensch Gott, seinem Nebenmenschen und sich sebst schuldig ist, zu

erinnern.

Mitbürger, Mitchristen hier befinden wir uns auch in einem

solchen Gebaüde, das dem Dienst Gottes hauptsächlih gewidmet ist. Welches

aber das Aussehn, besonders im Innerliche, nicht hat, als ob wir auch-

unter jenem Verehrer des grossen Gottes gehörthen, von dessen wir haupt-

sächlich sein sollten........Um die  Andacht der Zuhörer zu befördern,

muss in einem solchen Gebaüde nichts fehlen.

Nur die geringste Unbequemlichkeit verhindert die Andacht.........

 

Also Mitbürger, Mitchristen, steuert, dass dieses Gotteshaus repariert,

bequem und sauber gemacht werden kann. Es erfordert Stühle und

Bäncke, das macht schon Theil von der Zierade aus, das Gebälk muss

um etliche Schuh erhört werden, verlaket und von Maurer Arbeit

sauber abgerieben, die thillen von den Balken so zu den Bänken, 

zu gebrauchen ersetzen vieles an den Unkosten, genug das ganze

Schiff ist auszubessern, Dach, Stockmaueren und Fenster.

 

Für dieses zu machen, erfordert es Geld und  dieses kann nur,

aus gutem Willen, von jedem Bürger gegeben werden. Es ist ein

Steuer, ein freiwillige Steuer, ein Darlehen, ein Opfer das reichen

Zins trägt, ein sant wovon die eauthe alle wöchentlich ohn

Ausbleiblich ist. Also seid beweglich, Bürger, Bürgerinnen, alte und

junge, verheiratete und ledige Standes, "seid barmherzig wie

Gott unser aller Vater auch barmherzig ist" und hoffet auf die

Verheissung Christi, wie solche durch den Evangelist Lukas im Kapitel  6. v. 32 und 38

beschrieben und also lautet : "Gebet so wird euch gegeben. Ein volles, gedrücktes,

gerütteltes Mass wird man auch in euren Schoss geben, denn eben mit

dem Mass, da ihr messet, wird man euch wieder messen".

Wir wollen dem nach zu Gottes Ehren steueren und jedermann

sehen lassen, dass wir Anhänger und Verehrer Gottes und Christi sind.

 

Soll ich mich, Bürger, nach den Umstände der Staatsverfassung und

der Daten abhangente Sachen erinnern, wie hat uns Gott bisher schon

beinahe 12 Jahren geleitet, was können wir klagen über Kriege

oder Verherrungen, was würde die Schweiz, Italien, Holland und

das Gaue deutsche Reich gerne geben, wenn das Kriegs Theater von ihnen

weichte.

Eine grosse Ursach haben wir, Gott zu danken und nicht

zu zögern zur Verherrlichung seines Namens beizutragen.

 

Gegenüber sind die Namen der Bürger beschrieben, was

ein jeder besonders für eine Beisteuer gemacht hat.

 

 

 

                                                                                                     *****